Sonder-Thema: "Naturkatastrophe in Japan" - interkulturelle Kommunikation

 

Liebe Leserin,
Lieber Leser,

Angesichts der Naturkatastrophe in Japan und den unabsehbaren Folgen möchten Sie sicher Ihren japanischen Freunden und Kollegen Ihr Mitgefühl aussprechen bzw. eine teilnehmende Nachricht schicken. Nehmen Sie sich aber etwas Zeit, um das, was Sie ausdrücken möchten, so zu formulieren, dass es bei Angehörigen des japanischen Kulturkreises in der richtigen Weise ankommt.

Im persönlichen Gespräch achten Sie bitte darauf, beim Thema "Mitgefühl" zu bleiben. Dehnen Sie das Gespräch anschließend nicht auf die allgemeine Problematik, Zerstörung, und die Todesfälle aus. Europäisches Rationalisieren oder Analysieren einer schwierigen Situation bewundern Asiaten durchaus, in diesem Fall ist das jedoch völlig fehl am Platz. Die Betroffenen werden dadurch zwangsweise in eine traurige Gesprächssituation hinein manövriert, was ihnen unangenehm ist.

Besser ist es, die positiven Seiten und Begleiterscheinungen der schlimmen Situation zu betonen sowie diplomatisch zu verstehen zu geben, dass man natürlich das Vertrauen in die Japaner hat, dass sie dieses Unglück dank ihrer Widerstandskraft meistern werden.

Beim Emailverkehr ist es zu empfehlen, bestimmte Ausdrücke zu vermeiden, wie z.B. "die armen Menschen, keine zuhause mehr haben", denn das klingt nach Mitleid. Grenzen Sie Mitleid von Mitgefühl ab. Untenstehend finden Sie ein Beispiel einer konstruktiven Emailgestaltung: .

"Ich möchte Ihnen bezüglich des unvorhersehbaren Ausmaßes der Naturkatastrophe und deren Folgen unser tiefstes Bedauern aussprechen. Die bewundernswerte Fähigkeit aller Betroffenen, in dieser schwierigen Zeit so geduldig, praktisch und freundlich miteinander umzugehen, ist beeindruckend. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie das Beste. Falls Sie Familienangehörige, Freunde oder Geschäftspartner in Nordostjapan haben, hoffe ich sehr, dass sie gesund und in Sicherheit sind, und sich die Situation so bald wie möglich wieder stabilisiert."

Ich möchte Ihnen außerdem einen Bericht von Christoph Neidhard, Süddeutsche vom 18.3.2011, empfehlen, der einen erhellenden Einblick in die japanische Mentalität vermittelt und mit einigen Fehlinterpretationen aufräumt. Um den Artikel abzurufen, bitte hier klicken (Logik der japanischen Katastrophe).

mit besten Grüßen

Joanne Huang

 

 

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